Nach dem ich mich letztens über verschiedene ethische Ansätze zum lösen eines moralischen Problems oder einer ausstehenden moralischen Entscheidung ausgelassen habe will ich die Thematik Moral auch aus einem weiteren und etwas andern Blickwinkel angehen. Nämlich aus dem Psychologischen.
Anfangen will ich logischerweise auch am Anfang. Also bei der moralischen Entwicklung. Heute will ich erstmal Kohlbergs Forschungsergebnisse und dessen Stufeneinteilung der moralischen Entwicklung (die Kohlberg berühmt gemacht haben) vorstellen, kurz erklären und wieder an einem Dilemma aufzeigen.
Aber erstmal ein paar Worte zu Lawrence Kohlberg selbst. Er hat von 1927 bis 1987 in den Vereinigten Staaten gelebt und als Psychologe und Professor für Erziehungswissenschaft an der Harvard University gearbeitet.
Wie eben schon erwähnt hat Kohlberg die moralische Entwicklung des Menschen in 3 Ebenen zu je 2 Stufen eingeteilt.
Die unterste (oder erste) ebene ist die präkonventionelle Ebene der Moral. Diese Ebene stellt die Entwicklungsebene von den meisten Kindern bis 9 Jahren da. Jedoch muss man hier bedenken das wenn man sich auch einer höheren Stufe befindet immer noch nach einer niedrigeren Handeln und Entscheiden kann und ich denke auch oft tut.
Die präkonventionelle Ebene wird aus der 1. und 2. Stufe gebildet, die sich so definieren:
1. Stufe:
2. Stufe:
Die erste Stufe erinnert ein bisschen an die Erziehung eines Hundes: „Bekomm ich ein Leckerli ist es Richtig, bekomm ich auf die Nase ist es Falsch“. Die zweite Stufe äußert sich meistens in einem naivem Egoismus: „Wie du mir so ich dir“ oder „Eine Hand wäscht die andere Hand“.
Die nächste Ebene ist die konventionelle Moral. Auf der stehen Jugendliche und die meisten der Erwachsenen und ist damit die am meisten verbreitete Entwicklungsebene. Die konventionelle Ebene setzt sich aus den Stufen 3 und 4 zusammen:
3. Stufe:
4. Stufe:
Die dritte Stufe ist vor allen bei Jugendlichen zu finden. Es ist richtig um die Häuser zu zeihen, zu trinken, zu rauchen und andere „Jugenddummheiten“ zu machen, solange es von dem Freundeskreis als richtig anerkannt wird. Die 4. und verbreiteteste Stufe Orientiert sich meistens an den Gesetzen und nur an den Gesetzen. Hier wird alles was gesetzlich erlaubt ist auch als moralisch richtig anerkannt.
Die präkonventionelle und die konventionelle Ebene orientieren sich beide an Autoritäten oder heterobestimmten Moralvorstellungen. Man lernt was richtig oder falsch ist und erschließt es sich nicht selbst.
In diesem Punkt unterscheidet sich die postkonventionelle Moralebene, die laut Kohlberg nur von wenigen Erwachsenen über 20 erreicht wird und in der Gesellschaft am wenigsten verbreitet ist, von den vorhergehenden Ebenen. In dieser orientiert sich die eigene Moralvorstellung nicht an Autoritäten sondern an sich selbst. Man leitet sich richtig und falsch von bestehenden Werten her. Unterschieden wird auf der postkonventionellen Ebene zwischen der Stufe 5 und 6:
5. Stufe:
6. Stufe:
Die Unterscheidung zwischen 5. und 6. Stunde ist meist sehr schwierig da der Unterschied zwischen den Werten an denen man sich orientiert schwer zu definieren ist. Bei der 6. Stufe darf man jedoch nicht annehmen das jemand der die 10 Gebote befolgt sich auf dieser Stufe befindet. Hinterfragt man diese nicht, sondern nimmt sie als allgemein gültige unfragliche Gesetze, ist dies Moralstufe 4.
Wie eine Argumentation auf den einzelnen Ebenen aussehen könnte möchte ich kurz an einem weitern Dilemma zeigen. Dieses mal jedoch nicht an dem Heinz-Dilemma sondern an dem Euthanasie-Dilemma. Hier noch mal eine kurze Erklärung worum es dabei geht:
Eine Frau hat Krebs, mit keinerlei Heilungs- und Rettungsmöglichkeiten. Die hat auf Grund ihrer Krankheit schlimme Schmerzen und ist so geschwächt das sie schon die höchst mögliche Schmerzmitteldosis erhält. In einer Phase relativer Besserung bittet sie nun den behandelten Arzt, ihre Schmerzmitteldosis so zu erhöhen, dass sie stirbt. Sie begründet dies damit dass sie die Schmerzen nicht mehr ertragen könne und ohnehin in einigen Wochen sterben würde. Wie soll er handeln?
Da dies ein sehr heikles Thema ist werde ich jetzt auf jeder Moralstufe ein Argument nennen das für und eins das gegen die Euthanasie spricht. Diese Argumentationen sollen nicht meine eigene Meinung, korrekte Fakten oder eine objektive Stellung darstellen, sondern alleine auf meist eine etwas überspitze Art die einzelnen Stufen darstellen.
1. Stufe:
2. Stufe:
3. Stufe:
4. Stufe:
5. Stufe:
6. Stufe:
Tags: Dilemma, Ethik, Euthanasie, Gesinnungsethik, Kant, kategorischen Imperativ, Medizin, Moral, Psychiatrie, Psychologie