Jan 19
Er behauptet sein Onkel hätte ihn gezwungen mit auf den Autobahnparkplatz zu fahren und seine gefesselte Cousine aus dem Kofferraum des Wagens zu heben, um diese mit drei Schüssen zu töten. Das Gericht glaubte ihm kein Wort.
Auch dieser Fall von Ehrenmord erscheint nicht nachvollziehbar. Die Aussage des 21-jährigen Hagener Angeklagten, diente laut Gericht, nur dazu die Alleinschuld auf den Onkel zu schieben. Die Tat selbst zeugt jedoch von so einer genauen Planung, dass es einfach nicht glaubwürdig erscheint, dass der Onkel des Angeklagten an dem Tattag einfach ganz zufällig vorbei gekommen sei. Während der Verhandlung wurde der angeblich spontane Besuch, mit Hilfe von Handyrechnungen und anderen Belegen jedoch widerlegt, schon Tage vorher hatte sich der Onkel in ein Dortmunder Hotel eingeschrieben.
Trotzdem entschied das Gericht zu Gunsten des Angeklagten. Da der Onkel derzeit noch flüchtig ist, konnte das Gericht nicht mit Sicherheit bestimmen wer der beiden Täter die Schüsse Ende August 2008 auf das, auf den Boden liegenden Opfer abgefeuert hat. So entschied das Gericht zu Gunsten des Cousins der getöteten Frau und verurteilte ihn zu 14 Jahren Haft.
Der Verurteilte zeigte bei dir Urteilsverkündung kaum Emotionen und nahm es reglos hin. Anders allerdings der Vater des 21-Jährigen. Dieser tobte vor Zorn auf das Gericht. Auch von seiner Familie lies sich der Vater nicht beruhigen. Das Gericht habe das Leben seines Jungen zerstört. Auch er schien kaum zu verstehen, das sein Sohn das Leben seiner Cousine nicht nur zerstört sondern auch beendet hatte.
Doch was hat den jungen Angeklagten zu dieser Tat überhaupt bewegt? Die junge Frau hatte sich für ein eigenes Leben entschieden, hatte Spaß daran sich mit Männern zu verabreden, weg zu gehen, zu feiern und sich wie alle andern in ihrem Alter anzuziehen. In ihrer Familie stieß sie auf wenig Zustimmung, ganz im Gegenteil erntete sie nur schwere Vorwürfe. Immer und immer wieder kam in ihrere Familie die Forderung auf sie zu töten, worauf hin sie ins Frauenhaus floh.
Obwohl sie bis zu letzt darauf hoffte sich mit ihrer Familie zu versöhnen, entschied das „Familiengericht“ gegen sie.
Das Gericht stellte entsetzt fest, das der Entschluss das junge Mädchen zu töten, von der ganzen Familie getragen wurde. Auch der Angeklagte habe sich bewusst dafür entschieden.
Obwohl sich keinerlei Spuren irgendeines Betäubungsmittel am Opfer zu finden waren, behauptet der Angeklagte bis jetzt, die junge Frau sei bewusstlos gewesen. Das Gericht geht jedoch davon aus, das du junge Frau ihre letzten Augenblicke bei vollen Bewusstsein miterleben musste, was die Grausamkeit der Tat nur noch verstärkt.
All diese Punkte haben das Hagener Landgericht dazu veranlasst, nicht auf das Jugendstrafrecht zurück zu greifen. Dennoch verzichtet das Gericht auf die bei Mord lebenslange Haftstrafe, da sie hoffen den jungen Mann wieder in die Gesellschaft eingliedern zu können. Die Frage ist nur in welche Gesellschaft er sich wieder eingliedern wird. In die in der seine Cousine leben wollte, oder in einer in der man über das Leben anderer im Familienkreis abstimmt.
21-Ehrenmörder zu 14 Jahren Haft verurteilt - http://www.zuckerwatteparty.de/21-ehrenmorder-zu-14-jahren-haft-verurteilt/